Portfolio Strategy

Portfolio Strategy

Klassische Ansätze

Die Boston-Matrix

Die verschiedenen Produkte eines Unternehmens werden im Boston Consulting Group-Portfolio in Abhängigkeit vom relativen Marktanteil und Marktwachstum, je nach Stand im Produktlebenszyklus, in vier Kategorien eingeteilt: Question Marks, Stars, Cashcows und Poor Dogs. Das Produktportfolio ist eine Untermenge des Unternehmensportfolios, die sich bis auf die Ebene des einzelnen Produktes (Anteil am Umsatz, Gewinn, Zuwachsraten usw.) definieren lässt.

Quelle: Wikimedia

Drei Horizonte

Three horizons

Die Idee der drei Horizonte ist die Beobachtung, dass in den verschiedenen Entwicklungsphasen nicht dieselben Steuerungsmechanismen greifen:

  • Horizont 1 (0-12 Monate), auch operativer Horizont genannt. Operations bezieht sich auf die Gegenwart und die unmittelbare Zukunft:
    Hier hat das laufende Tagesgeschäft den Fokus. Die Bandbreite des Horizont 1 reicht von täglich bis ein paar Wochen bis ein paar Monate in die Zukunft. Die Ausführung wird oft nicht von großen strategischen Visionen berührt, die in ein paar Jahren Realität werden sollen.
  • Horizont 2(12-36 Monate), auch taktischer Horizont genannt:
    Taktik ist das, was uns vom Portfolio von heute zum Portfolio von morgen bringt, also die Ausführung mit der Strategie zu verbinden, d.h. eine Anleitung zu geben, wie man den heutigen Betrieb in den zukünftigen Zustand entwickelt.
  • Horizont 3 (36-72 Monate), auch strategischer Horizont genannt, die Bestimmung der Richtung des zukünftigen Geschäfts:
    Strategische Überlegungen und Entscheidungen leben im Horizont drei. Sie bestimmen die zukünftige Richtung. Wir brauchen eine Vision davon, wo wir in Bezug auf Markt, Kunden und Umwelt in Zukunft stehen wollen.  

Die ursprüngliche Formulierung des drei-Horizonte-Modells fokussiert auf feste Zeithorizonte. Diese starre Sicht gilt als überholt, interessant sind moderne Weiterentwicklungen.

Unsere persönliche Präferenz ist Simon Wardley’s integrierte Betrachtung der Evolution von Produkten, Praktiken, 

 

Konsequenzen

Das drei-Horizonte-Modell schlägt eine Unterscheidung der Ziele, Metriken und Werkzeuge je nach Horizont vor.

 

Horizon 1 (0-12 months)

Horizon 2 (12-36 months)

Horizon 3 (36-72 months)

Goals

Maximize economic return

Cross the chasm,
Start contributing significant revenues

Create new Business

True North

Maximize Flow

Continuous improvement

Disruptive ideas

Key metrics

Revenue vs. plan,
Market share,
profitability

Rate of sales,
target accounts

Buzz/word of mouth popularity (b2c), 
name of brand (b2b)

Typical Tools

Lean
Kanban

Scrum
Scaled Agile Framework

Design Thinking
Lean Startup

Das Drei-Horizonte-Modell wird Mehrdad Baghai, Stephen Coley und David White zugeschrieben, “The Alchemy of Growth”, New York: Perseus Publishing, 1999.

Lean-Agile Weiterentwicklungen

Portfolios bei SAFe

Die Portfolioebene ist die oberste von SAFe betrachtete Ebene. In einem Großunternehmen kann es durchaus mehrere Portfolios geben, jedes dieser Portfolios definiert seine eigenen Wertströme und Lösungen (Solutions). Alle diese Portfolios werden allerdings im Kontext der Firmenstrategie betrachtet: die Enterprise-Strategie treibe die Portfolio-Strategien und die dafür Verantwortlichen wiederum informieren die Verantwortlichen der Firmenstrategie.

Die wichtigen Konzepte sind die folgenden:

  • Wertströme sind längerfristige Entwicklungsvorhaben, mit denen ein kontinuierlicher Fluss von neuen Produkten und Services geschaffen wird. Wertströme werden durch ein oder mehrere Programme oder (alias) Agile Release Trains in einer Solution implementiert.
  • Lean Budgets werden für Solutions bzw. Agile Release Trains bereitgestellt. Das Budget für eine Iteration einer Solution bzw. eines Release Train (Programminkrements) steht dem Produktmanagement zur Verfügung.
  • Portfolio-Kanban-Systeme. SAFe schlägt ein Portfolio-Kanban -System für Business-Epics und für Enabler vor. Sie stellen sicher, dass die Zahl der Vorhaben, in die investiert wird, begrenzt ist.
  • Epics sind große Vorhaben in einem Portfolio. Business-Epics beschreiben neue Funktionalität, Enabler- oder Architektur-Epics umfassen übergreifende technologische Änderungen, mit denen ein System lauffähig und zukunftssicher gehalten wird.
  • Das Portfolio-Backlog ist das oberste Backlog in SAFe und enthält die priorisierten Epics, die das Kanban-System durchlaufen haben und auf eine Implementierung durch einen Release Train warten.
  • Strategische Themen sind spezifische treibende Elemente, die die Portfoliovision mit der Gesamtstrategie des Unternehmens verknüpfen.
 
 
Contributor: Krishan Mathis
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